SÜDSTADT

Selbst Willy Brandt habe in diesem Café verkehrt, sagt man; aber dafür gibt es keine Beweise. Tatsächlich ist es nicht leicht zu finden; im gleichzeitig weitläufigen und stellenweise auch enggestrickten Netz der von vornehmen Gründerzeitfassaden gesäumten Südstadtstraßen, gegenüber einer kleinen Postfiliale an einer von imposanten Kastanienbäumen überschatteten Ecke gelegen; man kommt nicht einfach so durch Zufall hier vorbei, sondern wohnt entweder in der Gegend, hat vielleicht gerade gegenüber ein Anliegen per Einschreiben erledigt, oder hatte einen anderen, mindestens ebenso wichtigen Grund, der einen für dieses Mal bewogen hatte, nach der Arbeit nicht gleich den Weg nach Hause einzuschlagen oder die Schritte wie gewohnt Richtung Altstadt zu lenken, wo das Leben praller ist und das Bier billiger, sondern in die verträumte Beschaulichkeit einer Illusion von bürgerlicher Idylle einzutauchen, die schon zwei Weltkriege und das Wirtschaftswunder überlebt hat und deren liebevoll gepflegtes Straßenpflaster voller viel zu unauffälliger, sogenannter Stolpersteine ist, die kaum einer bemerkt, und die Namen nennen wie Zuntz, Marx oder Juda sowie meistens das Jahr 1942 als Datum der Deportation nach Theresienstadt. Hier sind die Straßenbäume noch alt und voll Würde, die Vorgärten gepflegt und voll Hortensien, die Fassaden vornehm geziegelt oder strotzend gestuckt und voll eklektischer Details wie Erker, maurische Spitzbögen oder verdreht kannelierte Säulchen; und die Mieten sind im Vergleich zum Restbonner Durchschnitt erst vollends unerschwinglich. Es gibt in dieser Gegend weder türkische Friseure, die man in der Altstadt überall findet, noch auch nur einen Kiosk, wo man Tabak kaufen könnte. Jutta, die in der Altstadt wohnt und wegen ihrer Behinderung immer mit dem Auto unterwegs ist, hat mir deshalb welchen mitgebracht. Sie ist auch schon da, sitzt draußen und liest. Es braucht nicht viel Berührung, um etwas wie Zärtlichkeit in die Art zu legen, wie man sich grüßt. Ich bestelle statt Tee ein Pils und drehe mir erst mal eine. Wir reden meist über Themen aus der jüngeren griechischen Geschichte, aber Mikis Theodorakis war für sie vielleicht der erste wirkliche Held, der je in ihr vorkam, und ihr Ehemann Giorgios war ein Odysseus, der einst als griechischer Gaststudent in Bonn strandete und hier, anstatt Architektur zu studieren, erst zum Spieler wurde und dann zum Schriftsteller, nachdem er Jutta kennen und richtig Deutsch gelernt hatte. Im Juni ist er gestorben. Jutta hat jetzt die Zeit und allen Anlass, sich um ihren schmerzhaften Gesundheitszustand zu kümmern – sie kann kaum sitzen, geschweige denn gehen. Ich helfe ihr ein bisschen beim Schriftverkehr mit der Krankenkasse, gebe ihre Anträge gegenüber in der Postfiliale als Einschreiben auf.

Wir sind allesamt alte Leutchen – Jutta, ich und noch allerhand ältere Damen und Herren aus meinem literarischen Dunstkreis. Wenig später als diese Erinnerung, in der ich mich noch ab und zu im Café mit ihr treffe, war auch Jutta tot. Sie starb nur drei Monate nach ihrem Ehemann Giorgios und zwei Monate nach der Ahrtalkatastrophe – ausgerechnet am 11. September, einem Tag, der seit dem satanistischen Fanal der Twin Towers für die ganze Hoffnungslosigkeit dieser bis ins Seelenmark verfaulten, an religiöse Schizophrenie und paranoide Allmachtsphantasien verschwendeten Menschheitsgeschichte steht, im Krankenhaus. Drei schwere orthopädische Operationen unter Vollnarkose an Hüfte und Wirbelsäule innerhalb von weniger als zwei Wochen überlebt man in diesem Alter allenfalls theoretisch und Ärzten zufolge, die ja angeblich etwas von Theorie verstehen und das trotzdem guthießen. Wir wechseln die Zeitebene und das Café. Einige Tage vor ihrem Tod war ich noch als Autor im Rahmen unserer Veranstaltungsreihe hier aufgetreten: unterm Dach der Seligen Witwe Zuntz, wie die einstmals führende Kaffeemarke auf dem deutschen Markt geheißen hatte, bevor die Nazis alle Juden enteigneten und zum Selbstmord oder zur Flucht nach England oder sie einsammelten und zum Abtransport trieben und der Hamburger Konkurrent Jacobs Kaffee die armselige Bonner Witwe schluckte und mit dem Ariernachweis bezahlte, befindet sich heute eine phantasie- und kunstvoll gestaltete äthiopische Kaffeerösterei, die sich abends zur Veranstaltung kleinerer literarischer oder musikalischer Events anbietet. Noch schwärzer als ihr hervorragender, selbstgebrannter Kaffee war allerdings meine Lyrik, die seit jeher voll Vorahnung, Tod und Ahrtalkatastrophe ist und nicht vergessen mag, was geschehen ist, und nicht übersehen will die Zeichen, die aufgestellt sind, seit ich im ausgebombten Kölner Stadtteil Ehrenfeld das Licht der Welt erblickte, das meinen Blick in Gestalt eines Himmels erwiderte, der einen durch ausgebrannte Dachstühle und leere Fensterhöhlen anschaute und wortlos blieb so wie mein Vater, der schwer genug arbeiten musste, ein gläubiger Katholik war – Weimarer Zentrum, also kein Nazi; der aber in seinem Leben nie widersprochen hat und nie etwas erklärte, nicht einmal von seinem Leben vor der braunen Hassseuche erzählte, so dass ich vom Krieg erst in der Schule erfuhr – das beredte Schweigen der Dinge spricht aus den Bildern meiner Lyrik und weiß mehr von ihm als ich selbst. Wenn ich eine der in Bonn – jedenfalls abseits von Poppelsdorfer Allee und Kaiserplatz und außerhalb der Südstadt, deren Gediegenheit die Welt einer aus Preußen zugewanderten, neuen protestantischen Oberschicht spiegelte – häufigen katholischen Kirchen betrete, begegne ich ihm. Es hat sich nichts verändert zwischen uns. Gottvater gibt nie Antwort. Es ist dein eigenes Wort, das Auskunft geben muss: das habe ich von meinem Vater gelernt, der sich nie mit mir unterhalten hat, aber Sonntags samt Familie in die Kirche ging. Ich hatte nicht vergessen, wie der Himmel gegenüber meinen Blick aus leeren Fensterhöhlen erwiderte und niemand ein Wort darüber verloren hatte, und glaubte dem Pfarrer, wenn er vom Himmel sprach, kein Wort. So wird man zum Dichter – Worte zu finden für das Abwesende, das in uns weiterlebt. So wie auch Jutta in mir weiterlebt und mich dazu bringt, weiter zu erzählen, leise und eindringlich, zu einer metaphorischen Tasse Tee in einem inneren Café Extro, wo die Zeit stehengeblieben ist.

Die Zeit läuft weiter, und wir wissen, was auf uns zukommt – wiederum rein theoretisch gesehen. Dass jeder für sich sterben muss, ist einem mindestens so bewusst wie der sich in immer neuen Katastrophen ankündigende Klimawandel, der uns alle betrifft. Nur vorstellen kann man sich beides nicht, auch nach eindeutiger Diagnose. Trotzdem bringt mich meine durch mein langsames Ersticken ausgelöste Schlaflosigkeit dazu, statt im Bett zu liegen und die Angst zu spüren, nachts vor meinem PC zu sitzen und mich mit dem Wort zu unterhalten, von dem ich nicht mehr, aber auch nicht weniger erfahren möchte als die Wahrheit. Ich versuche also auszusprechen, was im Blick des Himmels durch die stummen Bombenruinen meiner Kindheit gelegen hatte, auch wenn es lange genug gedauert hat, es zu begreifen. Die Wahrheit war und ist, dass der Krieg über allem herrscht und wir nicht erst seit heute in einer Welt voll Hunger, Epidemien und menschengemachter Katastrophen leben – und trotzdem, anstatt endlich gemeinsam anzupacken und an die Arbeit zu gehen, all unsere Wissenschaft und Ressourcen in Aufrüstung und die rasante Weiterentwicklung militärischer Technologien investiert haben, um als höchstem menschlichen Ziel der Herrschaft des Triebs über die Vernunft zu huldigen; was trotz aller theoretischer, meist ideologischer oder religiöser Ausreden nichts bedeutet als die stetige Verschärfung sozialer Ungerechtigkeiten, die Fortdauer auch menschenunwürdigster Klassenstrukturen und die einsichtsresistente Permanenz einer imperialistischen Kartografie von Macht- und Einflusszonen. Es scheint also sinnlos, dagegen anzuschreiben – es wird alles so weitergehen, und der Krieg als die Ultima Ratio wird weiter jede Lösung verhindern. Der Fortschritt besteht darin, dass wir jetzt „Soldat:innen“ sagen sollen, damit der Wahnsinn, wenn schon an sich im Auftrag sozialer Ungerechtigkeit, wenigstens gendergerecht marschiert. Der Fortschritt marschiert weiter, und insofern lässt sich die Katastrophe wohl nicht aufhalten, die nicht bloß eine Klimakatastrophe ist, sondern zutiefst und zuallererst eine menschliche. Wie sollte der Mensch Frieden mit der Natur machen, wenn er es nicht einmal mit sich selber fertigbringt?

Im Rückblick auf mein sich auf ein Ende zuspitzendes Leben sehe ich mich von frühester Kindheit an auf der ermüdlichen Suche nach einem Sinn. Als kränkliche Spätgeburt meiner mit nunmehr fünf Kindern und einer pflegebedürftigen, todkranken Schwester eher ärmlich als reichlich gesegneten, bemühten und nebenbei kunstbeflissenen Mutter, die ständig malte, töpferte und sogar einen wunderschönen Teppich mit jugendstilartigen Bildmotiven geknüpft hat, den ich aufbewahrt habe und immer noch nutze, fand ich mich bald in einer Art von Abseits, weil in den Augen meines urdeutschen Vaters der Mann an sich dem alten Ideal aus Eisen zu entsprechen hatte und ich stattdessen unsportlich war, wenn nicht schwächlich, als schüchtern galt und mich nicht zu wehren verstand. Man vermag sich als Kind einzuleben in seine Außenseiterrolle, wird sie aber nie ganz an sich akzeptieren, wenn das Leben über Schulhöfe weiterreist und der Kampf härter wird. Das hat mir von Beginn zu einem gespaltenen Verhältnis sowohl zu meiner Männerrolle als auch zur Religion und zu meiner Gesellschaft verholfen, wofür ich heute dankbar bin. Gerade das Wortemachen lernt man besser, wenn man es gewohnt ist, zu widersprechen. Den Sinn muss man offenbar selber machen, indem man ihn durch die Finger schlüpfen lässt und in die Tastatur. Dort verwandelt er sich in einen Nachmittag in der Südstadt, die mir in ihrer Aura von Gründerzeit und Jugendstil immer vorkommt wie ein Traum, in dem die Sehnsucht meiner Mutter nach einem gutbürgerlichen Leben wiederauferstanden ist, wie sie es sich vor dem großen Krieg vorgestellt haben muss. Ich sitze diesmal allein draußen vorm Zartbitter, unweit der äthiopischen Kaffeebrennerei unter dem Dach der Seligen Witwe, an der architektonisch vielleicht prachtvollsten Ecke dieses allenthalben wohlhabenden Viertels. Das Haus gegenüber mit der Gedenktafel für den chinesischen Musikwissenschaftler Wang Guangqi, der 1936 hier starb, sieht aus wie eine Wagner-Oper in Stuck. Geisterhände zupfen zarte Saiten deiner Nostalgie, wohin man blickt an dieser Kreuzung. Für härtere Seiten sorgt die sogenannte Realität, die in Eile ist, zugeparkt, voll wichtiger Smartphones und sterbender Bäume. Jutta ist jetzt in einer fernen Spezialklinik und auf dem Weg in die Operationssäle. Ich werde in ein paar Tagen mal wieder als Autor auftreten, schräg gegenüber, im Café Adot unterm Dach der Seligen Witwe. Kein Gedanke daran, dass es das letzte Mal sein könnte. Am Gartenzaun gegenüber wirbt ein durchnässtes blaues Plakat für den Bonner Stummfilmsommer. Irgendwann sind wir alle verstummt; der Film geht weiter, denke ich und blicke zum Himmel – zumindest dieses Lichtspiel, auch wenn keiner mehr zuschaut. Es ist anzunehmen, dass wir alle erstickt sein werden durch die Klimakatastrophe, wenn nicht ertrunken, bevor es zu Ende ist. Der Weltuntergang wird voraussichtlich ohne Publikum stattfinden. Der Kellner bringt jetzt Kaffee und Kuchen; stilvolles Gedeck. Das hätte wiederum meiner Mutter gefallen, die holländisches Kaffeegeschirr sammelte.

Es hatte zuviel geregnet in diesem Ahrtalkatastrophensommer. Auch heute ziehen wieder Wolken auf, wirken unentschlossen. Ziehen weiter. Das Licht, wenn die Sonne in den Baumkronen mit den Blättern spielt, macht mich immer instantan glücklich und muss vermutlich Gott im Himmel sein, der insofern grün wäre. Das erscheint mir irgendwie logisch. Ich werde schläfrig. In einer dicken weißen Wolke tut sich jetzt eine wolkig weiße Höhlung nach innen auf, in Form eines abwesenden Herzens; eine Art Tür, aus der ein weißes Wolkenhändchen winkt. Ich muss lachen, war kurz eingenickt, notiere: Ruinen am Himmel. Muss irgendwann nach Hause, zahle und ziehe langsam weiter, humpelnd an meinem Stock, am Poppelsdorfer Schlossweiher lang, wo heute wieder der Graureiher steht; und der Himmel ist wieder mit einem blauen Auge davongekommen, für diesmal, in einem Moment von poliertem Porzellan aus einem anderen Delft.

Pferdehaare im Stuck

Sogar das Licht im Januar wirkt unentschieden. Irgendwann… Wenigstens kein Regen heute. Am Abendhimmel nach Westen hin träumen hier und da rosarote Wolkenränder, vermischt mit Flecken von verwaschenem Blau, vom Frühling. Und später dann im Weiherseck wird Marie Trübsal blasen; Jutta wie immer bald Migräne kriegen; Nahil lebt – ein Wunder; kann zwar kaum noch sprechen; Wolfgang ist schon bald eine Ewigkeit lang tot, Thomas jetzt noch nicht da; Johannes fehlt mir wieder; Cemil zapft mir noch ein Bier, und die weisen Aleviten sitzen wie immer an ihrem Ecktisch beisammen und sind mit dem Leben zufrieden. Es ist Freitagabend; nichts liegt an – der Tod leckt mir von unter dem Barhocker die Hand wie ein treuer Terrier, und Ada spült hinter der Theke die Gläser. Aus den Lautsprechern perlt Pink Floyd – Time. Das war der Moment: zwischen den Zeilen meines Notizbuches bleibt sie auf einmal stehen. Die Tonart bleibt offen. Die Gegenwart verschwimmt. Aus dem Off treten die Schatten an die Bühnenkante, um sich zu verneigen und Applaus entgegenzunehmen… Ewigkeit wird allenthalben knapp; aber wir sind jetzt auch nur ganz kurz, auf Wellen von Musik reisend, wieder in den Siebzigern – lange Haare sind angesagt; Drum Beats und Revolution liegen in der Luft; die Dividende wuchert; die Wirtschaft wächst. Man kann in Bonn zur Zeit nicht völlig vermeiden, gelegentlich politischen Stars wie Willy Brandt oder dem bayrischen Waffenhändler Franz-Josef Strauß und ranghohen Diplomaten aus aller Herrschaft Länder über den Weg zu laufen – halb Bonn spielt Hauptstadt. Wer selbst keine Einlagen hat, guckt zu. Unter den ersten Gastarbeitern des Bundeswirtschaftswunders kommt mein alter griechischer Freund Giorgos Krommidas nach Bonn, bald Juttas Ehemann und ein Spieler aus Passion, damit das Leben einen deutschen Dichter aus ihm machen wird; noch so ein Entwurzelter wie ich; und noch weiter zurück, nur wenige Jahre tiefer in unsere Vorzeit, versinkt auch die architektonische Kakophonie des Stadthauses gegenüber, um das alte Maargasseviertel wiederauferstehen zu lassen; der Krieg selbst wirft vergeblich ein paar Bomben ab; bis 1929 noch war täglich der feurige Elias dampfschnaubend durch die Vorgebirgstraße gestampft, um aus dem Vorgebirge Obst, Gemüse und Eier zum Markt zu schaffen – Endstation Friedrichstraße; und noch immer, bis ins Jahr 1974, prangte auf der jetzt vom Stadthaus verschandelten Ecke am Berliner Platz die bemalte Gründerzeitfassade der alten Feuerwache, auf der ein Engel im heroischen Strahlenkranz gegen Flammen kämpfte. – Ich ziehe von hier mit Emmi an der Hand, die mir heute auf meiner Reise in die Vergangenheit auf halbem Weg bis in die frühen Siebziger entgegengekommen ist, indem ich sie mir immer heftiger einbilde, weiter durch die Maxstraße in Richtung der Heerstraße, einem flammenden Sonnenuntergang entgegen, der schamrot ist vor dem was inzwischen geschehen ist. Auf Jupiter diskutieren die großen Wirbelstürme über die Existenz eines Horizonts und die Theorie mehrerer Welten: aber wie sonnenfern magst du dich damals gefühlt haben, sage ich zu Emmi. Ich liebe die Wärme deiner Hand, gibt sie endlich zur Antwort und verwandelt sich in einen goldenen Stift. Dann ist pötzlich für einen Moment wieder heute, und nur mein Notizbuch kennt die Wahrheit – ich mach die Augen auf und mach sie wieder zu. Und wir kehren mit Emmi zurück in die Unausweichlichkeit der Dreissiger Jahre – die Nazis sind an der Macht und haben das Pogrom zum Programm ausgerufen. Nach der Niederlage wird kaum noch jemand übrig sein, um darüber reden zu wollen; die letzten verbliebenen, vorläufig im leihweise beschlagnahmten Endenicher Kloster „Zur Ewigen Anbetung“ internierten Juden hatte man 1942 bezwecks ihrer endlichen Vernichtung nach Theresienstadt abtransportiert; der mit seinen 74 Jahren längst emeritierte jüdische Mathematikprofessor Felix Hausdorff hatte sich, aller Würde und aller Hoffnung beraubt, mit Schlaftabletten das Leben genommen, um Endenich und dem System zu entgehen, gemeinsam mit seiner Gattin und seiner Schwägerin – nachdem schon vier Jahre vorher sein nichtjüdischer Kollege, der Orientalist Paul Kahle, von der Universität zwangsbeurlaubt, im Westdeutschen Beobachter offiziell als Volksverräter angeprangert worden und endlich mit seiner ganzen Familie nach London geflohen war – seine fünf Söhne hatten vor der Reichskristallnacht noch befreundete Juden gewarnt, einigen von ihnen geholfen, ihre Habseligkeiten zu verstecken, und sein ältester Sohn Wilhelm, Student an der Fakultät für katholische Theologie, hatte zusammen mit seiner mutigen Mutter Marie am Morgen nach dem braunen Rummel der jüdischen Korsettmacherin Fräulein Emilie Goldstein beim Aufräumen ihres von ideologisch gesehen rassereinen nationalsozialistischen Untermenschen verwüsteten Ladens geholfen. Er wurde wegen seiner ganz „rassefremden, schwächlichen Sentimentalität“ umgehend der Universität verwiesen. Die Gestapo drohte mit KZ; man legte der Mutter Selbstmord nahe, um schlimmere Folgen für ihre ganze Familie zu verhindern. Vor Tante Emmies damaligem Laden in der Kaiserstraße 22 liegt heute noch nicht einmal ein Stolperstein; aber ihre angstvoll geweiteten Augen blicken dich einen Moment lang plötzlich durchs Fenster eines versiegelten Eisenbahnwaggons an, der in Richtung Osten geht; benommen taumele ich rückwärts, immer noch dem abseitigen Sog der Geschichte ausgesetzt, während die volltrunkene Zeit jetzt im Jugendstil um mich herum ein Tänzchen aufführt, vermutlich um mich mit Anklängen von Natürlichkeit zu foppen und um mich mit aufgestuckter Unschuldsmiene über ihre wahre Natur hinwegzutäuschen – vergeblich; es zieht weiter rückwärts; ich komme zu Fall, schlage hart auf. Jahrhundertwende.

Cemil hilft mir auf die Beine, zapft noch ein Bier. Du warst wohl mal wieder eingeschlafen, sagt Thomas: tu lieber nicht so viel saufen. Das war jetzt aber im Jugendstil, gebe ich zu bedenken. – Spät genug schon; offenbar. Thomas geht heim. Cemil möchte nun auch langsam den Laden zumachen. Ich bin schon wieder mal der letzte Gast. Was schreibst du da eigentlich ständig in dein Buch, fragt er. Ich zimmere mir eine Tür im Nichts, um mich vergeblich dagegen zu werfen, sage ich. Du bist ein Kauz, lacht Cemil; und was soll der Sinn sein? Dass man die Wand bemerken soll, entgegne ich. – Cemil fängt an die Theke, dann den Boden zu putzen, geht raus, lässt mich für den Moment allein. Ein feuchtfauliger Duft kommt aus dem Gully von der Straße, weil die Tür offensteht, umfängt mich wie der Moder der Zeiten, während in meinem Kopf noch einmal 70er-Musik wie vom Band läuft. Ausgerechnet jetzt aber öffnet sich noch einmal der Vorhang, und aus dem Nichts tritt ein gewisser Nietzsche in die Kneipe, ein Bonner Verbindungsstudent im Wichs aus dem Jahr 1863, der sich trotzdem nicht einmal mehr nur für die Sauferei, sondern auch schon für andere Formen von Philosophie und darunter vor allem für die finsteren Gedanken eines Schopenhauer interessiert. Er ist ein schräger Vogel, auch wenn mich der Wichs an die Nazis erinnert; wir begrüßen uns wie alte Bekannte. Friedrich, rufe ich aus – ich dachte, Gott wäre tot!? Wäre nichts Neues, entgegnet er; das stört mich am wenigsten; aber warum sind bloß die Straßen von Bonn heute bei Nacht so tot? So blick- und atemlos vor Hast am Tag? Wozu rennen die Leute oder rasen auf Elektrorollern so blind durch ihre Stadt, am hellichten Tag nur quäkende Smartphones und fernere Anliegen vor Augen? – Weil die meisten von uns ihre innere Stimme ständig im Ohr haben – nur der Knopf im Ohr ist echt; das Gerücht vom Tage kommt nie zur Ruhe in solchen Köpfen. Wir haben uns in Netzen verfangen und jede Gegenwart und die letzte Tiefe stehlen lassen. Anstelle von Visionen gibt es heutzutage Apps, und die Ideen kommen aus der Werbung. Die Zeit hat sich umgedreht und lacht dir ins Gesicht – und alles Innen war allenfalls außen noch wahr gewesen, wenn überhaupt. Gott ist offenbar, muss man vermuten, nachdem ihn unter den Leichenbergen und der Asche von Auschwitz keiner mehr recht wiederzufinden vermochte, posthum auch noch als weltfremd in Verruf geraten: die Zeit wurde enteignet und ist uns ausgegangen. – Und wo ist er nun hin, in eurer neuen Zeit, fragt Nietzsche – mein „toller Mensch“?! – Ich stelle ihm Niemand vor, der noch hier ist. Wir stoßen an mit Niemand – Nietzsche und ich – zwei rote Amseln, flatternd im Nichts.

Die Schattenkarawane trottet mir voran auf dem Nachhauseweg, während verschwimmende Reflexionen im Schein nostalgischer Straßenlaternen dem frischpolierten Glanz wiederauferstandener alter Fassaden nachlauschen.

Da sind noch Pferdehaare im Stuck.

Serenade mit Igel

Am Straßenrand nach Endenich nachts wieder Igel. Wenn man sich ihnen nähert, rollen sie sich nicht zusammen, sondern rascheln munter weiter im Gras zwischen faulenden Blättern unterm blühenden Unkraut eines schmiedeeisern umzäunten Vorgärtleins, über dem halbverschleiert von im Wind schaukelnden Birkenruten eine würdevolle Stilfassade von ansehnlichem Alter ihre ziemlich weitläufigen Ansichten von bürgerlicher Gediegenheit ausbreitet. Es folgt eine gepflegte Wohnanlage aus den Sechzigern, der Zeit des Provisoriums, als Bonn auch schon immer mehr gewesen war als eine junge Bundeshauptstadt. Sie steht komplex geschichtet in mehreren schräggestellten Langhäusern als schlichtes Sägezahnmuster mitten in der Wiese, aber die offene Mitte spiegelt sich in einem kleinen Park, wo nie jemand ist, außer vielleicht mal wieder dem Igel, der mich grüßt wie noch einen anderen alten, bemoosten Bekannten. „Lange nicht gesehen, Alter!“ kichert er und rülpst. Mümmelt an irgendwas, das nicht essbar aussieht. „Wie wär’s denn zur Abwechslung mit Pizza?“ schlage ich vor. „Kein Problem“, sagt er, „bring her!“ – „Also, du musst schon mitkommen“, widerspreche ich, „sonst esse ich sie alleine auf.“ Er sitzt jetzt aufrecht und mümmelt. „Was ist überhaupt Pizza?“ kichert er noch, schon in meiner weiten Jackentasche verstaut.

Im Restaurant in Endenich bestelle ich zweimal Pizza und zwei Bier. Dann setze ich den Igel vor mir auf den Tisch. Der Igel schaut sich um. Die Kellnerin fällt mit spitzem Schrei im Stehen in eine ohnmachtsähnliche Starre und starrt entsetzt abwechselnd meinen Freund und mich an und sich wie hilfesuchend um. Ich schaue abwechselnd den Igel und die Kellnerin an. Der Igel schaut abwechselnd die Kellnerin und mich an. Die Kellnerin schreit wieder, spitzer. Eine Dame am Nebentisch nimmt das Thema gekonnt auf, skandiert schrill ein hysterisches Lachen in den mittlerweile überall verstummten Raum und ruft „wie süß, holt die Polizei“. Endlich kommt der Besitzer. Der Besitzer ist sehr Italiener, stämmig untersetzt, hat Haare auf Brust und Stimme und ist schon ganz rot im Gesicht. „Cool bleiben, Alter“, sagt jetzt der Igel und knabbert am Tischtuch. „Cool soll ich bleiben“, versetzt der Besitzer und dröhnt, „wenn Sie mir langhaarige Typen wie den da“ – er zeigt mit behaartem Zeigewurstfinger auf mich – „ins Haus schleppen, der Leute wie Sie aus der Tasche zieht?“ – „Haben sie was gegen Igel?“ fragt jetzt beleidigt der Igel und igelt sich ein. Die Bedienung erwacht aus ihrer Starre, noch ganz klapprig um die Nase und auf den Beinen blass, und geht erst mal pinkeln. Ich bin mittlerweile ein bisschen nervös und zünde mir erst einmal eine Zigarette an. „Moment mal!“ – der rote Besitzer schwillt stark an und kreuzt die Arme betont langsam, ja fast feierlich über der Brust – „Hier ist Rauchen verboten! Sagen Sie maaal… ja, also, was sind Sie denn eigentlich für ein Typ… Sie… Sie sind ja… Sie sind ja wohl…“ – „Jawohl mein Herr, Sie haben mich wohl erkannt, vermute ich. Ich bin tatsächlich Takaharu Sirtaki, der achtfache und amtierende Weltmeister im Schattenboxen“, gebe ich versuchsweise zu, zwar ohne mir recht Hoffnung zu machen, ihn damit beeindrucken zu können. – „Wo bleibt die Pizza?!“ ließ sich hier dumpf der immer noch vorsichtshalber zusammengerollte Igel vernehmen – glücklicherweise, denn der Wirt drehte sich nun kurz in Richtung Küche, um seine mittlerweile bühnenreife Gemütsverfassung vorab erstmal in Form einer Serenade italienischer Flüche vom Feinsten zu Protokoll zu geben, wohl damit man sich dann über nichts mehr wundern sollte, was jetzt wahrscheinlich noch passieren würde. Ich wartete lieber nicht ab, was daraus folgte, sondern nutzte die momentane Verwirrung, um den Hut zu krallen und das Weite zu suchen. Der arme Igel blieb leider in der Eile in seiner pieksigen Kugelform zurück.

Ein Polizeiauto lärmt weit weg hinter mir vorbei, als ich die Tür zur Harmonie aufstoße. Hier, vorn am Säufertisch, kann ich rauchen, bin in Harmonie mit mir und mit der Endenicher Harmonie und mit Endenich. Jetzt, beim Rauchen, tut mir der geschwollene Wirt plötzlich leid. Falls er diese Geschichte wirklich den Bullen erzählen sollte, kriegt er eine Anzeige wegen Verarschung sogenannter Respektspersonen. Doch die gute Musik aus den Sechzigerjahren hellt meine Laune bald schon beträchtlich auf. War schon ein echtes Erlebnis, finde ich nun nachträglich, mal wieder zu zweit in ein richtiges Restaurant zu gehen, so mit weißem Damast auf allen Tischen und mit versilberten Kandelabern darauf und mit falschem Silberbesteck, und mit dem Silberblick des Monds im Sack nach dem gelungenen Einbruchdiebstahl und einem sonnigen Grinsen verzehre ich eine Frikadelle mit Fritten, während von jenseits der Theke Deep Purple im Basslautsprecher wummert.

Auf dem Heimweg stoppt plötzlich ein Streifenwagen neben mir. „Sie brauchen nicht zufällig einen Igel?“ fragt ein freundlicher Polizist. „Klar“, sage ich – „immer schon!“, und verstaue den Igel in der Jackentasche. „Danke, und gute Nacht, dann“ … „Und was ist noch überhaupt Pizza?“ kichert der Igel als wir alleine sind. Auf der Wiese setze ich ihn wieder ab. „Cooles Ristorante, Alter“, sagt er zum Abschied. „Das machen wir wieder!“

Mehr ist nicht zu sagen.

Herzoperation

Ich war weiter nichts mehr gewesen als jene heimlichklamme Entzündung innerhalb der dünnen aber unüberwindlichen Wand zwischen mir und mir selbst und offenbar dazu gemacht, dem Druck erst nachzugeben, wenn das Aneurisma platzen würde.

In den unterirdischen Kanälen der Rückkehr leben ohnehin die Ratten, und die Spirale zieht dich in absteigender Folge fortschreitenden Verfalls tiefer und tiefer hinab in die bodenlose Tonne ewiger Wiederholungen, wo bloß noch die Trauer wohnt. Wenn du kannst, lass dir Flügel wachsen und flieh; oder finde Worte; Beschwörungen helfen nicht; sei Dichter: verrätsele dich – versuch immerhin uns vorzugaukeln, man könnte im Nichts aus nichts als Abwesenheiten eine Hütte zimmern zum Überwintern für den Rest der Zeit!

Auch dort wirst du nicht aufgehoben sein wie in der Endlichkeit, die voller Sehnsucht war und voll Erinnerung – als läge sie weit jenseits des grünen Horizonts rings um die geschäftige, graue Rehabilitationsklinik irgendwo in der Eifel nach der gelungenen Herzoperation. Wäre nicht wenigstens das Sterben ein Ausweg gewesen? Des Nachts begegnen uns die ständige Schlaflosigkeit mit Ängsten und Reue beladen und zwischendurch im Traum ein Delirium voller Selbsthass und Totenköpfe; und ein künstlicher Greifarm wächst mir aus der Stirn, greift über meinen Kopf hinweg und erfasst dich von hinten mit seiner Baggerklaue – nur wohin jetzt mit uns? Zu spät. Das Herz geflickt und zugenäht – die Tür ist zugeschlagen; und du wachst morgens auf, findest dich eingesperrt. Stehst auf, wenn der Zimmerservice klopft. Nimmst folgsam deine Pillen. Trottest wie jeden Morgen widerwillig zur allmorgendlichen Blutdruckkontrolle. Stehst lange Schlange am Fahrstuhl, lahmst, kommst wieder mal zu spät zu deiner Gymnastikstunde. Alles geht sonst wie im Behandlungsplan vorgesehen seinen ärztlich verordneten Gang. Das ist das Glück. Die Klappe ist vom Schwein gestohlen und fest genug eingenäht; das Herz hängt an seinem patentierten Plastikschlauch wie in der letzten Schlinge. So fühlt sich Schicksal an: neuerdings spüre ich es sogar wieder richtig schlagen; statt jenes in lang andauernden, zögerlichen Wellen wie regellos anbrandenden Schwellens im Aneurisma.

Marmagen liegt in der Nähe von Nirgendwo auf einem flachen Talrand – die serielle Betonschachtel wie von der Krankenkasse geprüft; und ganz tief in einem tief im nüchternheitstrunkenen Bierernst der Siebziger versunkenen tiefen Grauton, der von der Regelmäßigkeit länglicher Fensterscharten im Geiste noch vertieft wird. – Meine Erinnerung an die Siebziger sind allerdings nicht allesamt so rechtwinklig und geradlinig, sondern ziemlich zwiespältig. Da! Eine transsexuelle katholische Nonne pisst in einer irgendwo zwischen den allzu schnurgeraden Zeilen der von der Denkweise des Betons befallenen Bauweise kauernden Sprechweise gleich nebenan an eine Scheune mit lila Pappdach. Kaum abseitiger als jeder Gedanke an das eigene, einstweilen abseits liegengebliebene Leben. Jetzt, Ende März, findet sich auf der Dachterrasse zwar abgesehen von dem ständigen kalten Wind auch schon ab und zu wieder wenn auch in niedriger Dosierung Sonne. Man liest Krimis, Frauenromane, quasselt und ist immer wieder per Du oder spielt auf vierundsechzig angemalten Betonsteinplatten Bodenschach; und manche von uns rauchen trotzdem weiter; den ferneren Aussichten zum Trotz.

Der Blick in die fernere Weite ist durch die einigermaßen enge Tallage der Klinik begrenzt. Am Hügel rechts gegenüber auf langmähniger Weide zwei aufmunternde Pferde – als wenn doch irgendwo Freiheit läge?! Aber längs aller Ausfallstraßen in Richtung Welt wartet in den einfallslosen Vorgärten seelenloser moderner Einfamilienhäuser schon wieder der Palliativrhododendron rings um den nirgendwo angeleinten bissigen Innenhund eingezäunter Ansprüche. Dort wird wieder Alltag sein.

Wir werden weiterleben. Zwischendurch bringt man mich mit dem großen roten Krankenwagen ins Kreiskrankenhaus nach Mechernich, wo mir eine sanfte brünette Ärztin, während ich überlege, ob ich ihr nicht mindestens fast eine Liebeserklärung schulde, und nichts tun darf als stillhalten, mit zärtlicher Nadel von hinten durch den Rücken knapp über der Leber über zwei Liter Wasser aus der Lunge holt. Das erspart mir bis auf Weiteres immerhin die Sauerstoffmaske zum Atmen und ihr weitere auch literarisch vermutlich zweitklassige Geschichten. Wir werden also weiterleben und sind nicht ganz allein dabei. Mein Schachpartner, ein Ingenieur namens Dieter aus Köln, und ich trinken neuerdings abends in der Eifelstube im Erdgeschoss schon wieder ein Bier miteinander und spielen auf dem Schachbrett des Etablissements weiter oder glotzen TV. Er hat eine scheußliche Arterienoperation am Arm hinter sich und zeigt mir die roh vernarbenden Nähte. Mein Reißverschluss ist noch so ein martialischer Anblick; immer noch die Metallklammern.

Wir sollen also weiterleben, du der mir jetzt noch fremder ist denn je, und ich, der dich jetzt wieder sieht – im Traum. Der Termin zur Rückfahrt rückt näher. Wer wirst du geworden sein?! Der Bus, der mich zurückbringt, leert sich schnell, als wir Bonn erreichen. Die letzten Freunde steigen aus. Vorm Rheinischen Landesmuseum tollt mitten in einem ausgelassenen Fest auf der Straße ein knusprig gegrilltes, rosa lasiertes Ferkel ohne Kopf und Herz mit der Menge herum und um; und dann gibt der Busfahrer plötzlich Gas – was ist passiert – wo sind wir angelangt: jetzt ist auf einmal niemand mehr auf der Straße; du kennst nicht mal die Gegend mehr. Hier war man noch nie vorher gewesen. Der Bus holpert plötzlich, ohne erst zu verlangsamen, auf den Bordstein, rumpelt über Kopfsteinpflaster; bremst erst jetzt; biegt schräg ab durch die lange Zufahrt in einen stillen Hof; kommt zum Stehen. Der Fahrer öffnet die Türen; schaltet den Motor ab. Die Reise ist zu Ende. Ich gehe nach vorn, um zu fragen, wo man sei, stelle dabei fest, dass der Fahrersitz leer ist; finde mich allein und steige aus – schaue mich um…

Aus dem Haus tritt niemand. Du erkennst ihn sofort.