Mein Verhältnis zu Niemand kann heute als geklärt gelten. Und auch hier würde Niemand zustimmen, nachdem Niemand schon von sich aus danach gefragt hätte; aber Niemand hört mir zu und zeigt mir stattdessen einen Vogel.
Dann tanzt wieder Niemand mit mir. Was sind wir alt geworden, sagt leise Niemand und verbirgt ihr Gesicht in mir. Wie von nirgendwoher Musik. Niemand ist hier.
Wo ich nie hinschaute – in einer staubigen Ecke zwischen Tür und Wand – wartet er schon: der Ritter vom Mars, in seiner Kapsel aus Kartonabfall und Altpapier, zwischen achtlos fortgeworfenen Versuchen von mir, auf mein Willkommen.
Er wird umsichtig den Deckel heben, umständlich aus der Luke klettern, sich recken und strecken, sich sodann verneigen und sich vorstellen: ÜLPS – das bin ich. Sich erstmal ein Pfeifchen anstecken und endlich loslegen und nicht aufhören, bis alles erzählt ist.
Das wird ein Trost sein – während im Leeren roter Sternstaub langsam rotiert und fünf grüne Gasplaneten vorübereiern und dreiunddreißig blaue Monde, löchrig zerschrammt und splittrig vereist, einer wie der andere.
Endlich wird er schweigen. Doch wir sitzen noch lange zusammen und schauen dem Rauch nach.
Aus der Nacht schwingt das Lachen der Monroe herein, federleicht wie das Gurren des Schlafbaums…
Wir sind ans Finden verloren. Einer wie der Andere.
Am Dachfirst wird heute der Kugelfisch aufgeblasen, und ein Siebenbürger Bauer klettert an einer langen Leiter zu seinem Obstgarten in die nächste Wolke.
Der Marokkaner bringt den Capuccino heraus.
Von nebenan schmeißt sich die Rose näher ran, und riesige bunte Falter taumeln durch unbekannte Zusammenhänge… Sind denn den Pfauen endlich die Augen aufgegangen? Die Tauben gehen vorm Kellerloch auf die Klappe, nachmittags gegen Vier.
Und Abends spielt die Nacht Klavier, ziemlich melancholisch. Alkohol ist im Spiel. Der Stier hütet die Tassen und verbirgt den Morgen im Schrank, während der Mond sich mit schon erhobener Sichel zur Jungfrau wendet.
Aus der Tür zum Gelobten Land an der Ecke gegenüber, gleich unter der Neonreklame, wird der Nachtfluss getragen, auf einer Bahre von Eis, und die schwarzen Kapellmeister verneigen sich feierlich.
Der König schweigt und tötet.
Verkehrte Nacht, der Tag ist aufgewacht. Unter der kahlen Kappe des Mondes kreist der Verdacht. Ist denn die Nacht im Tag verstorben? Sie sitzt allein vor ihrer Tür, und keiner, der sie einst umworben, vermählt sich noch mit ihr.
Die Siebenharfe schlummert übermattet immer fort. Der Efeugott pflanzt sich an nackten Mauern Wort.
mit dem Fuß in der Angel fischt es den Moment aus dem Trüben und stellt sich unter falschen Namen vor
es ist wie der stille Mond verdächtig und trügerisch wie sein kalter Schein der auf die Erde herabkommt um Euch aus Euren Häusern zu vertreiben damit Ihr ziellos werdet
ziellos wie der kalte Fisch in der eisigen Irre Eurer Herzen leuchtet es voraus damit Ihr ziellos weiterirrt und weiterirrt ohne Erinnerung der Ankünfte noch der Abschiede doch im Besitz aller Tode und ausgeliefert fortan dem Gedicht
schwer wiegt seither der Verdacht auf seiner Schale die sich zu dir neigt
wie der Holunder – voller Liebesangebote, von denen die meisten vergeblich sein werden; wie üblich;
oder die Birke nebenan – voll Birke und Betörung, und so betörend, wie nur Birken sind; mit grünblond schillerndem Frauenhaar, das in der Sonne funkelt;
oder der riesige Ahorn im Hintergrund, dessen Stamm bis zur Krone überwuchert ist, umhüllt und eingehüllt von Efeu: voller Tiefe, die auf ein Zentrum verweist, in dem wir alle wurzeln.
in der seidenen Muschel des Schlafs am dünnen Faden des Traums mit dem Kopf nach unten hängend wie an der Nabelschnur wird mein Herz wieder ruhen in Dir
auch das Licht hat hier hereingeschaut und nichts gesehen aber das Dunkel hat mich mit geschlossenen Augen erkannt
Traumvater ich bin gezweit seit Urzeiten in Dir wie das Ypsilon in meinen Genen bin ich dein