Man soll wieder anfangen zu trainieren – das Flügelschlagen, Jubilieren – und fliehen, wenn es wieder Frühling wird; und ziehen mit dem Spiel…
und wohin zieht es dich? Zieh doch mit mir!
Ich spiel dir ein Lied vom Tod. Unter dir die leeren, weiten Ebenen der Trostlosigkeit meiner narzistischen Entzündung. Vertrocknete Zeit in den Tälern längst ausgestorbener Flüsse, die Lebensadern waren.
Paternoster immer im Kreis herum unseren täglichen Längengrad gib uns heute und einen guten Meridionaldurchgang und erlasse uns unsere Schulden wie auch wir vergeben unserer Nationalmannschaft wenn am Tresen noch mal die allerletzte Runde steigt Prost! das Existential will geschmiert sein damit es nicht quietscht wenn aus leeren Opferstöcken die jeweils Jüngste Bürgschaft quillt
denn Dein ist der Kreis und die Herrschaft und die Pheromone der Motten und die Säge am Knochen und wer die längste Schleimspur hinlegt kommt bekanntlich am weitesten solange alle kriechen
Als Gott die Schwerkraft erfunden und die Newtonschen Gesetze erlassen hatte, glitt ihm das Ganze endgültig aus der Hand.
Alles stürzte und purzelte durcheinander und raste und krachte ineinander, womit der ganze Kladderadatsch mit dem Sein und dem Nicht-Sein losging. Überall flammten Sterne auf, und es ward Licht.
Da floh Gott in den Himmel, wo ihn keiner mehr sah, und verbarg sein Gesicht. Nur sein Geist schwebte noch über den Wassern und konnte es nicht fassen, was er angerichtet hatte.
Mein Verhältnis zu Niemand kann heute als geklärt gelten. Und auch hier würde Niemand zustimmen, nachdem Niemand schon von sich aus danach gefragt hätte; aber Niemand hört mir zu und zeigt mir stattdessen einen Vogel.
Dann tanzt wieder Niemand mit mir. Was sind wir alt geworden, sagt leise Niemand und verbirgt ihr Gesicht in mir. Wie von nirgendwoher Musik. Niemand ist hier.
Eingeborene Ausgeburten des Dilemmas taumeln mir auf der Straße entgegen − ganz besoffen von ihren Tablets und immer den Knopf im Ohr, so wie das sein muss, damit man echt ist … irgendwie, und immer mitten aus dem Dingsbums gerissen − ungefähr so wie der Zusammenhang.
Der Platz hat keinen Namen. Nur Straßenschilder zeigen in alle Richtungen, als wollten sie sich verlaufen.
Eine Seite des Platzes endet im Nichts reiner Geometrie – der Marsbahnhof – Strichmuster, Glas und Beton: ein Schwimmbad. Das gibt dem Platz Gewicht. Zwei Kneipen, das Bistro mit der Markise geben ihm Licht, wenn es spät wird, und ein paar Läden tagsüber Leben.
Und immer spielen drei kleine Jungs Ball; und manchmal tragen die großen Mädchen Kopftücher, damit man nicht sieht, was viel zu schön sein muss, um ganz wahr zu sein.
Früher Abend, wenn dir die Stadt hier unter den Bäumen entgegentritt, wie anderswo auf der Welt irgendein anderer Ort dich umgibt, und dies ist meine Stadt. Ich kenne sie bis in die Wäsche.
Händel schläft unter Bäumen, die Sonne im Westen verbrennt. Ein Turm döst in düsteren Träumen. Kein Ziel ist so fern wie der Bonner Moment.
im wehen Grün des Ahorns verraucht ein Augenblick im Frühling funkelnd schießt der Ulme Flimmerherz ins Glück und noch ein Grün ist Sensation
gegenüber liegt der Maulwurf Stadt aufgestemmt offen und der Himmel hängt voller Schlüssel bilden quadratische Sonnenschirme parallele Winkel über Biertischen sitzen sechs Leute angeregt schwatzend und der Mann der immer lacht ist auch da und lacht und lacht
ein paar Rollerblades stolpern durchs Bild und die tafferen Türkenjungs spielen Ball
nebenan versucht es vor Vergnügen quietschend ein kleines Mädchen auf der Wippe mit der Mutter der Vater hält erst mal den Kinderwagen fest damit der nicht in den Sandkasten klettert ein Hund bellt jetzt nicht
nicht zu vergessen auch die unerwähnte Frau diesmal ohne Kopftuch drei unerwünschte Halbstarke ohne Gehirne drei fette Patriarchen vom Balkan die immer hier sind schon betrunken lärmend die Gläser hebend und hast du nicht gesehen haben drei dralle Russinen auf Französisch um dich gewürfelt und jetzt
sieh den Poeten aufrecht und stolz aus den Anden herabgestiegen ins Rheintal von zwei Frauen begleitet die folkloristische Korbtaschen tragen zieht er gemessenen Schritts über den Platz vorbei an den Warnschildern und Absperrgittern in Richtung Paradies
Wo ich nie hinschaute – in einer staubigen Ecke zwischen Tür und Wand – wartet er schon: der Ritter vom Mars, in seiner Kapsel aus Kartonabfall und Altpapier, zwischen achtlos fortgeworfenen Versuchen von mir, auf mein Willkommen.
Er wird umsichtig den Deckel heben, umständlich aus der Luke klettern, sich recken und strecken, sich sodann verneigen und sich vorstellen: ÜLPS – das bin ich. Sich erstmal ein Pfeifchen anstecken und endlich loslegen und nicht aufhören, bis alles erzählt ist.
Das wird ein Trost sein – während im Leeren roter Sternstaub langsam rotiert und fünf grüne Gasplaneten vorübereiern und dreiunddreißig blaue Monde, löchrig zerschrammt und splittrig vereist, einer wie der andere.
Endlich wird er schweigen. Doch wir sitzen noch lange zusammen und schauen dem Rauch nach.
Aus der Nacht schwingt das Lachen der Monroe herein, federleicht wie das Gurren des Schlafbaums…
Wir sind ans Finden verloren. Einer wie der Andere.