Grenzland

nachts hängt der Mond über den Brücken mit dem Gesicht einer toten Frau die eine Sonnenbrille trägt

wir haben uns die Taschen mit Vergangenheit vollgestopft um jetzt nicht zu erfrieren

hält man den Gedanken gegen’s Licht beginnt er von innen zu leuchten wie ein blassvioletter Fluorit den wir vor Jahren in der Wüste Sonora einem Grenzlandindianer abgekauft hatten

es eröffnete sich nie das stärkere Sein der Sonne die mich des Morgens vergeblich sucht

bestürzt breitet sie Schwingen über dem verwelkten Garten
das Tor steht offen

auf einem Zettel steht von Kinderhand gekritzelt
besteht irgendwo Hoffnung

unter der Brücke in seinem Kot liegt der alte Gärtner
tot